Jahresbericht 2025

Organisationsprozess & Openlynk

Die neue Organisation von Jugendarbeit.digital festigt unsere Strukturen nachhaltig für ein längerfristiges Bestehen. Im Rahmen eines intensiven Organisationsentwicklungsprozesses haben wir im Jahr 2025 agile Grundlagen für klare Rollenprofile, transparente Finanzabläufe und eine effiziente Struktur unserer Tätigkeiten über vier Länder hinweg erarbeitet und verbindlich organisiert. Dies stärkt unsere länderübergreifende Zusammenarbeit, schafft administrative Clarity und stellt sicher, dass wir flexibel auf zukünftige Herausforderungen im digitalen Raum reagieren können.

Ein besonderes Highlight dieses Jahres ist die neu geschlossene Partnerschaft mit dem Verein Openlynk. Der Verein kümmert sich seit Herbst 2025 um die Jugendapp in Deutschland. Durch diese Kooperation bündeln wir unsere Kompetenzen in der Medienpädagogik und im regionalen Netzwerk, um die Verbreitung und qualitative Betreuung der Jugendapp im deutschen Raum massiv voranzutreiben und Fachkräften vor Ort die bestmögliche Unterstützung zu bieten.

Jugendapp Entwicklung

Im Jahr 2025 haben wir den strategischen Entschluss gefasst, Rocket.chat schrittweise zu verabschieden und mit Matrix ein neues, offenes Plattform-Fundament zu bauen. Durch diese fundamentale Migration kann der Chat zukünftig sowohl für Jugendliche als auch für Jugendarbeitende plattformübergreifend wirksam werden: Auch in nativer Verbindung mit anderen gängigen Messengern und unabhängig von der Jugendapp selbst. Damit setzen wir ein klares Zeichen für die Zukunft der digitalen Kommunikation in der sozialen Arbeit: digitale Souveränität, konsequenter Open-Source-Einsatz und eine dezentrale, sichere Vernetzung stehen hierbei an oberster Stelle.

Gegen Ende des Jahres hat das gesamte Team die Kräfte gebündelt, um die Entwicklung der neuen Jugendapp-Version inklusive der vollständigen Matrix-Integration voranzutreiben. Diese intensive Entwicklungsphase zum Jahresende sichert das technologische Fundament und bereitet die gesamte Plattform optimal auf das bevorstehende, flächendeckende Rollout vor.

Parallel dazu lief unser Fokusprojekt rund um innovative Support-Infrastrukturen und App-Testing. Um den Support für die angeschlossenen Gemeinden und Fachkräfte spürbar zu entlasten, haben wir umfassende Testreihen gestartet. Im Zentrum stand die Erprobung von datenschutzkonformen KI-Lösungen und Chatbots, die grundlegende Fragen von Jugendlichen auch ausserhalb der klassischen Öffnungszeiten auffangen können. Ergänzt wurde dies durch den Aufbau eines neuen Support-Telefonsystems, das technische Anliegen der Standorte noch schneller löst, sowie durch intensive Community-Tests, um maximale Stabilität auf allen Endgeräten zu garantieren.

E_Space

Das Projekt e_space wurde nach einer vierjährigen, intensiven Entwicklungszeit erfolgreich abgeschlossen. Jugendarbeit.digital und die Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW haben drei Jahre lang gemeinsam mit fünf engagierten Praxisorganisationen nachgedacht, geforscht und experimentiert. Dabei wurden wertvolle Erkenntnisse über die Verknüpfung von physischen und digitalen Räumen sowie über die hybride Aneignung von Lebenswelten in der offenen Jugendarbeit gewonnen.

Die detaillierten Ergebnisse und theoretischen Hintergründe sind auf der Projektwebseite einsehbar. Zudem wurden die wichtigsten Erkenntnisse in einer frisch publizierten Broschüre mit direkt anwendbaren Praxisimpulsen zusammengefasst, um das Wissen der gesamten Fachwelt zugänglich zu machen. Die Broschüre steht ab sofort zum Download bereit.

Ein ganz besonderer Dank für das unermüdliche Herzblut, das Engagement und die wertvolle Zusammenarbeit gilt Olivier Steiner, Iman Ibragic, Martina Gerngross, Eike Rösch, Marcus Casutt, Julia Gerodetti, gabriel meisel, allen beteiligten Praxispartnern sowie allen anderen Wegbegleiterinnen und Wegbegleitern, die dieses Projekt über die Jahre hinweg mitgestaltet und getragen haben.

E_Space Abschluss

Neu im Team: Open Worlds

Ein ganz besonderer Meilenstein im Jahr 2025 ist die Integration der Initiative openworlds.community in unser Portfolio. Mit Open Worlds stösst ein Projekt zu Jugendarbeit.digital, das die Schnittstelle zwischen physischen und digitalen Erlebnisräumen für Kinder völlig neu definiert. Konzipiert als ein betreutes, physisch-digitales Zukunftslaboratorium, bietet es Kindern einen sicheren Ort zum gemeinsamen Spielen, Debattieren und unbeschwerten Austauschen. Es versteht sich als lebendiges Kompetenzzentrum für Gaming Culture und Inklusivität, das Medienkompetenz nicht theoretisch, sondern „on the go“ und direkt in der Praxis vermittelt.

Das Herzstück des Projekts schlägt jeden Mittwochnachmittag im „Open Minecraft Space“ in unmittelbarer Nähe des Wettsteinplatzes in Kleinbasel. Dort kommen Kinder zusammen, um auf einem von uns eigens betriebenen, geschützten und pädagogisch begleiteten Server eine ganz eigene Minecraft-Welt namens „Jungleland“ gemeinschaftlich zu erkunden, zu bebauen und zu verwalten. Das spielerische Setting dient als Plattform für essenzielle Lernprozesse: Im Zentrum steht das aktive Üben von Selbstwirksamkeit, demokratischen Prozessen der Gemeinschaftsbildung sowie der respektvolle und gewaltfreie Umgang miteinander – sowohl im physischen Raum vor Ort als auch in der digitalen Interaktion. Gleichzeitig werden im geschützten Rahmen wichtige Chatkompetenzen und kollaborative Arbeitsweisen erprobt, deren organische Entwicklung sich im begleitenden Projekt-Blog hautnah mitverfolgen lässt.

Pädagogisch folgt das Projekt konsequent dem namensgebenden Gameprinzip der „Open World“: Die Entwicklung der Spielwelt und der Gemeinschaft wird bewusst offengehalten. Statt starrer, vorgegebener Lernziele setzen wir auf die gemeinsame Gestaltung und die strikte Berücksichtigung individueller Bedürfnisse der Kinder. Open Worlds investiert alle Ressourcen in dieses organisch wachsende Setting und stellt einen flexibel anpassbaren Raum zur Verfügung. Es ist ein Experimentierfeld für Zukunftserzählungen und soziale Utopien, bei dem das Erproben von Demokratie und der nachhaltige Umgang mit Ressourcen Hand in Hand gehen. Das übergeordnete Ziel ist Ermächtigung (Empowerment) – sowohl auf der individuellen Ebene des einzelnen Kindes als auch auf einer kollektiv-politischen Ebene für eine zukunftsfähige Gesellschaft.

Unterwegs und Kurse

Auch im Jahr 2025 waren wir wieder unermüdlich auf Achse, um die digitale Transformation direkt in die Praxis der sozialen Arbeit zu tragen. Ein ganz zentrales Anliegen war uns dabei der niederschwellige Wissenstransfer für Fachkräfte. Aus diesem Grund haben wir während des gesamten Jahres verschiedene kostenlose Kurse angeboten, die auf ein enorm grosses Interesse stiessen. Diese Weiterbildungen deckten ein breites und aktuelles Themenspektrum ab: von praktischer Medienkompetenz und kreativen Methoden zur digitalen Partizipation über den sicheren Umgang mit neuen Technologien (wie künstlicher Intelligenz) in der Lebenswelt von Jugendlichen bis hin zu fundierten Einführungen in unsere neuen, datensicheren Matrix-Messenger-Strukturen.

Netzwerke

Jugendarbeit.digital lebt vom kontinuierlichen Austausch und von starker Vernetzung. Auch im Jahr 2025 waren wir in wichtigen nationalen und internationalen Fachgremien sowie Arbeitskreisen aktiv vertreten, um die Digitalisierung der professionellen Jugendarbeit strategisch mitzugestalten und wichtige Impulse aus der Praxis direkt in die Fachwelt einzubringen.

In der Schweiz pflegten wir eine intensive und fruchtbare Zusammenarbeit mit dem Dachverband Offene Kinder- und Jugendarbeit Schweiz (DOJ). Ein besonderer Meilenstein war hierbei unsere aktive Mitwirkung und Präsenz am Internationalen Kongress der Offenen Jugendarbeit, welcher eine ideale Plattform bot, um die Brücke zwischen aktueller wissenschaftlicher Forschung und gelebter Praxis zu schlagen.

In Deutschland konnten wir den strategischen Austausch und den fachlichen Wissenstransfer in bundesweiten Arbeitskreisen für digitale Jugendarbeit und Medienpädagogik spürbar intensivieren. Diese Vernetzung wurde insbesondere durch unsere operative Partnerschaft mit dem Verein Openlynk im deutschen Raum gestärkt, wodurch wir länderübergreifend Synergien nutzen und neue Qualitätsstandards in der digitalen Begleitung von Jugendlichen etablieren konnten.

Jahresrechnung

Transparenz ist uns wichtig. Die detaillierte Jahresrechnung für das Geschäftsjahr 2025 mit allen finanziellen Details, Einnahmen und Ausgaben unserer länderübergreifenden Vereinstätigkeit steht hier vollständig aufbereitet als PDF-Dokument zur Einsicht und zum Download bereit.